Warum ich nicht kirchlich heiraten wollte

Warum ich nicht kirchlich heiraten wollte // Thoughts

Wenn man heiratet, kommt unweigerlich die Frage auf, wie man das tun möchte. Heiratet man nur im Standesamt, möchte man zusätzlich auch noch kirchlich heiraten, wünscht man sich eine freie Trauung oder macht man vielleicht nur eine Hochzeitsparty ohne zusätzliche Zeremonie?
Im Prinzip hat man ja in Deutschland die freie Auswahl, wie man feiern möchte, nur am Standesamt kommt man nicht nicht vorbei.

Für mich stand schon immer fest, wenn ich mal heirate, dann nicht kirchlich. Aber warum eigentlich nicht?

freie Trauung
© www.hochzeitslicht.de

…kleiner Exkurs…

Ich bin ein Kind aus dem Osten, aus Ost Berlin. Ich bin weder zur Kirche gegangen, noch hatte ich Religion in der Schule. Ich bin also komplett unreligiös aufgewachsen. Bei einigen meiner Freunde sah das anders aus. Dadurch habe ich hin und wieder Schnittpunkte mit dem christlichen Glauben gehabt. Als ich älter wurde hat mich das ganze Thema Religion angefangen richtig zu interessieren und ich begann mich mit verschiedenen Glaubensrichtungen auseinanderzusetzen. Nach dem Abi studierte ich sogar im Nebenfach Vergleichende Religionswissenschaften (By the way, das ist etwas anderes als ein Theologie Studium). Einfach aus Neugier und Interesse. Nach wie vor gehöre ich keiner Konfession an, falls die Frage aufkommt.

So, das mal als kleine Hintergrund Info. 🙂

Heiraten ja - Kirche nein
Foto © www.hochzeitslicht.de

…heiraten ja, Kirche nein.

Als in meinem Freundes- und Bekanntenkreis so langsam die ersten Hochzeiten stattfanden, heirateten auch immer mal wieder ein paar davon in der Kirche. Eine Sache die mir dabei auffiel ist, dass 80% dieser Paare das nicht taten, weil sie Gottes Segen haben wollten, sondern weil sie schon immer mal den Traum hatten in einer Kirche zu heiraten. Ganz einfach, weil man das so macht oder sie das eben einfach schön finden. Klar die erhabenen Räume, der Schmuck, die Architektur, der Klang der Orgel, die Atmosphäre, ect.  – nicht, dass ich das nicht auch schön finde. Doch, die meisten Kirchen sind wirklich schön.

ABER: Ich sitze da immer auf diesen Hochzeiten und dann beten alle das Vaterunser, singen alle paar Minuten und rezitieren noch ein paar andere Bibelstellen. Ich persönlich fühle mich da immer ein wenig unwohl und fehl am Platz und ich stell mir immer dieselbe Frage „Meinen die das wirklich alle ernst?“.

Ich habe sogar Kollegen und Bekannte, die null gläubig sind, nie in die Kirche gehen, aber trotzdem kirchlich heiraten wollen. Die zahlen Kirchensteuer, nur um irgendwann in einer Kirche heiraten zu können, danach treten sie dann aus. Ernsthaft?!
Ich selbst hätte das nicht machen können und finde das irgendwie ein wenig scheinheilig. Ich kann natürlich verstehen, wenn das macht, weil man religiös ist, keine Frage. Ich kann auch nachvollziehen, wenn man das dem Partner oder der Familie zu lieben macht, weil der/die religiös ist. Dann hat das ganze ja auch eine Bedeutung. Und ich verstehe auch, dass man nicht jeden Sonntag in die Kirche muss, um Christ zu sein. Aber wenn man einfach nur in einer Kirche heiratet, weil man das irgendwie so macht oder weil es schön ist, finde ich, dass das die falschen Gründe sind.

Heiraten ohne Kriche
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Der Wunsch nach Wohlfühlen und Individualität

Aus diesen Gründen wollte ich nicht kirchlich heiraten und mein Mann legte da auch kein Wer drauf. Wir wollten gerne bei unserer Zeremonie mitbestimmten. Wollten gerne an einem urbanen Ort in Berlin heiraten, wollten das uns jemand traut, der die Trauung ganz persönlich gestaltet. Wir wollten live Musik, aber nicht singen, wir wollten eine schöne Zeremonie, aber nicht beten, ein Eheglübte aber keine konfessionellen Zwänge. Kurz wir wollten es ganz individuell, auf uns zugeschnitten und wir wollten mehr als nur die sehr formelle standesamtliche Trauung. Denn in Berlin ist man dann eben doch nur eine Nummer und ich habe selten einen wirklich guten Standesbeamten erlebt. Deswegen haben wir uns letztendlich für eine freie Trauung entscheiden und das war wirklich die aller beste Entscheidung. So konnten wir Ort der Trauung und unsere Treurednerin selbst aussuchen.

Hochzeitspaar
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Unsere Standesamtliche Trauung war überraschenderweise auch echt toll, aber eben auch nicht großartig romantisch. Deswegen war ich froh einen Tag später unsere eigentliche Hochzeit mit einer freien Zeremonie zu feiern. Als Traurredenrin hatten wir Juliane und ich kann sie euch zu 1.000% weiterempfehlen. Rückblickend würden wir es noch einmal genau so machen.

Wie sind eure Vorstellungen für eure Hochzeit, bzw. wie habt ihr es gemacht?

XoXo,

Cati

  • Comments

  • Fiona

    Wie Lief Die Freie Trauung Denn Ab?
    Schöner Artikel!
    LG Fiona

    • Cati
      Cati

      Freut mich, dass er dir gefällt 🙂
      Also insgesamt ging sie 20-30 Minuten. Unsere Rednerin begonnen mit unserer Geschichte, wie wir uns gefunden haben, Höhen und Tiefen, was wir aneinander schätzen. Das war wirklich sehr schön. Dann kam unsere kleine Band nochmal zum Einsatz und wir haben uns beide unser Eheversprechen gegeben. Das hatte vorher jeder für sich selbst geschrieben und danach gab es dann noch ein paar Worte der Rednerin unser Ja-Wort und den Ring tausch. Es war alles sehr persönlich und sehr schön.
      Liebe Grüße,
      Cati

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